Das grüne Gold

 

Es war einmal eine wunderschöne Prinzessin namens Lea, die mit ihrem Vater in einem großen Schloss lebte. Sie war glücklich und zufrieden und es gab nichts, was sie vermisste. Eines Tages, als die Prinzessin auf einem Spaziergang durch den Schlossgarten war, wurde sie von dem hinterhältigen Gärtner überrascht, gepackt und mitgenommen. „Was soll das?“, schrie die Prinzessin. „Dein Vater hat mich betrogen und jetzt nehme ich ihm das Kostbarste weg, was er hat!“, sprach der Schuft und sperrte sie in sein Gewächshaus ein. „Ich muss einen Weg ins Freie finden!“, sagte sich Lea. Da sah sie einen Stein, der voll von grünem Moos bedeckt war. „Was mag das wohl sein?“, dachte Lea und rieb ihn an ihrem Rock etwas sauber. Sie erkannte, dass es gar kein Stein war, was sie in der Hand hielt, sondern eine goldene Münze, die plötzlich anfing, hell zu strahlen. Sie sah im hellen Licht das Bild eines Prinzen, der auf seinem Pferd schnell zum Schloss ihres Vaters ritt. Was die Prinzessin nicht wusste: Im ganzen Land hatte sich ihre Entführung rumgesprochen und so wusste es natürlich auch der Prinz. Viele Tage vergingen und die Prinzessin wurde immer trauriger. Als der Gärtner ihr an einem regnerischen Tag etwas zu Essen in ihr Gefängnis brachte, hörten sie Hufgetrappel auf der Straße. Der Gärtner stürzte raus um zu sehen, was da los war. Als die Prinzessin ihm folgte, sah sie den Prinzen, den sie in dem hellen Licht der goldenen Münze gesehen hatte. Neben ihm saß der Gärtner mit gefesselten Händen im Matsch. „Ich bin gekommen, um dich nach Hause zu bringen!“, sprach der Prinz und tat’s. Der König war so glücklich seine Tochter wiederzuhaben und schenkte dem Prinzen nicht nur eine große Truhe Gold, sondern auch seine Tochter zur Frau. Die verzauberte Goldmünze trug die Prinzessin als Glücksbringer immer bei sich. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.  

 

Autorin: Nina