Unserer Kollegin Frau Roschker setzt sich für ein Projekt in Tansania ein

Als ich vor 3 ½ Jahren zum ersten Mal in Mayoka war, da habe ich versprochen: Wenn ich wiederkomme, dann bringe ich etwas für die Schule mit. 

 

Liebe Kinder der Geschwister Scholl Schule,  

mit eurer Hilfe und der Unterstützung eurer Eltern, konnte ich mein Versprechen einhalten. Und so bin ich also in den Herbstferien mit über 50 Kilogramm Zusatzgepäck von Amsterdam zum Kilimanjaro Airport nach Tansania geflogen.  

Am Flughafen in Tansania ist einer der beiden Koffer zunächst gar nicht angekommen. Den anderen Koffer haben die Zollbeamten überprüft und uns dann aber doch ohne Zollgebühr durchgewunken, nachdem wir ihnen erklärt hatten, dass Kinder in Hürth all dies für Kinder in Mayoka gespendet und gesammelt haben. Den 2. Koffer haben wir erst Tage später erhalten - aber Hauptsache ist doch, dass er überhaupt ankam. Die Fluggesellschaft hatte ihn einfach von Amsterdam aus nicht mitgenommen. Der Koffer ist zwar direkt am nächsten Tag hinterhergeschickt worden, aber vom Flughafen bis nach Mayoka zu reisen, das dauert für einen Koffer schon eine gewisse Zeit. Er reiste in unterschiedlichen Transportern von A nach B und von dort aus nach C und schließlich hielt ich ihn zum Glück dann doch wieder in meinen Händen an seinem Zielort: Mayoka. 

Mayoka ist ein kleines Dorf am Lake Manyara. Lake ist Englisch und bedeutet See. Manyara ist der Name des Sees. Der See ist viel größer als das kleine Dorf Manyara. An einer Seite des Sees liegt ein beeindruckender Nationalpark. Weißt du, was ein Nationalpark ist? Du kannst ihn dir in etwa wie ein riesiges Naturschutzgebiet vorstellen. Im Nationalpark leben ganz viele Tiere und diese werden von Rangern geschützt. Man darf zum Beispiel mit dem Auto nur zu bestimmten Zeiten in den Park fahren, damit die Tiere auch mal ihre Ruhe haben. Wenn du jetzt eine Art Zoo mit Gehegen und Zäunen im Kopf hast, dann streich das mal schnell wieder. Die Tiere leben dort ganz frei und dürfen hingehen, wohin sie möchten. Deshalb darf man auch nur mit einem Safarijeep in den Nationalpark fahren und nicht einfach so hineinlaufen. Zum einen schützt das die Tiere vor uns, zum anderen aber auch uns vor den Tieren. Denn im Nationalpark leben zum Beispiel viele Elefanten, Flusspferde, Zebras, Gazellen, Warzenschweine und auch Löwen. Und die Tiere mögen es manchmal gar nicht, wenn man ihnen auf den Keks geht oder ihnen zu nahekommt. Die Wege im Nationalpark sind ganz schön holprig, deshalb funktioniert es auch nicht, mit einem normalen Auto dort hineinzufahren. 

Am Ende dieses Nationalparks liegt also das kleine Dörfchen Mayoka. 

Die meisten Menschen leben dort in einfachen Hütten. Gebaut aus Backstein, mit einem Wellblechdach, meistens ohne Fensterscheiben und ohne Türen. Oft hängt nur ein Vorhang vor den Fenstern und Türen. Möbel haben die meisten Menschen dort nur sehr wenige. Vielleicht ein paar Stühle und eine Matratze zum Schlafen. Aber dennoch: Gerade die Kinder machen einen glücklichen Eindruck. Sie lachen gerne und haben besonders freundliche Gesichter. Am Straßenrand winken sie einem oft zu. Dann winken wir immer voller Freude zurück. Fast alle Häuser in Mayoka haben kein fließendes Wasser. Die Menschen holen sich das Wasser von einem nahegelegenen Bergfluss und kochen es dann zu Hause ab. Anschließend kann man es trinken. Eigentlich ist Mayoka ans Stromnetz angeschlossen. Doch noch lange nicht jedes Häuschen verfügt über Strom. Und manchmal, wenn der Strom in anderen Teilen des Landes benötigt wird, dann wird er in Mayoka einfach abgeschaltet. So ist es natürlich sehr schwer, einen Kühlschrank am Laufen zu halten. Das ist vielleicht auch ein Grund, warum die Menschen in Mayoka in der Regel keinen Kühlschrank haben. 

Morgens sind wir mit unserem Auto etwa eine halbe Stunde gefahren, bis wir an der Schule und der Klinik in Mayoka angekommen sind. Die Strecke ist eigentlich gar nicht so weit, aber die Straßen sind wie gesagt sehr holprig. Meistens haben wir alle zusammen Patienten behandelt (von klein bis groß), die Zahnschmerzen hatten. Aber, an einigen Tagen bin ich in der Schule gewesen. Und an einem Tag war es dann endlich so weit: Der Koffer war angekommen und es war kein Wochenende (da ist in Tansania nämlich auch schulfrei) und so konnte ich die beiden Koffer mit euren Spenden endlich den Kindern übergeben. Ihr könnt es auf den Fotos sehen, die Augen der Kinder haben gestrahlt! So viele Stifte, Farben, Hefte, Malkästen, Blöcke, Sticker, Stempel, eine Ernährungspyramide, Material zum Rechnen und natürlich Bleistifte, Radiergummis und Spitzer. Die Kinder kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ein Lehrer schmunzelte: "Es ist wie Weihnachten für die Kinder!" Ihr müsst euch das so vorstellen: Jedes Kind hat normalerweise nur einen Kugelschreiber und nur ein Heft. Die Lehrer und die Kinder wussten gar nicht, was ein Mäppchen ist. So viele Stifte besitzt ein Kind in Mayoka gar nicht, als dass es ein Mäppchen brauchen würde. Deshalb haben die Kinder auch keinen Ranzen. Der Stift und das Heft liegen unter dem Tisch im Ablagefach. Die Tische könnt ihr euch so vorstellen, wie die beiden Tische von "Schule früher", die bei uns im Foyer stehen.  

Wir haben den Kindern dann ein Ausmalbild verteilt und sie konnten die neuen Stifte direkt einmal ausprobieren. An der Schule in Mayoka sind ganz tolle Lehrer. Aber es gibt normalerweise keine Ausmalbilder. Die Schule hat keinen Drucker. Zum Glück hat unsere Unterkunft (man nennt das in Tansania auch oft Lodge) mich unterstützt und für die Kinder ganz viele Bilder ausgedruckt. Glaubt mir, die Kinder haben vorher noch nie ein Ausmalbild bekommen. Mit größter Sorgfalt haben sie die Tiere bunt angemalt und waren sehr, sehr stolz auf die tollen Ergebnisse. Auch ein Minimax und ein Waschbärenheft, das gibt es nicht in der Schule. Die Kinder schreiben alles von der Tafel ab. Ihr kennt das bestimmt: Das kann ganz schön anstrengend sein!  

Wie ihr auf den Fotos auch erkennen könnt, tragen die Kinder eine Schuluniform. Die Farben der Schule in Mayoka sind Blau und Weiß. Die Jungen tragen eine Hose, die Mädchen einen Rock. Alle Kinder haben kurze Haare, deshalb kann man Mädchen und Jungen nicht immer so schnell unterscheiden. Aber, das ist ja auch nicht so wichtig. 

Wenn ihr noch Fragen habt, dann könnt ihr mir gerne einen Zettel mit eurer Frage in die Pusteblumenklasse bringen. Ich beantworte sie euch dann gerne.  

Für die Kinder in Mayoka ist vieles nicht so selbstverständlich wie für uns. Mit euren Spenden macht ihr das Lernen und das Leben der Kinder in Mayoka bunter und leichter! 

Von allen Kindern und von allen Lehrerinnen und Lehrern soll ich euch einen besonders herzlichen und großen Dank aussprechen! Diesen Tag werden die Kinder bestimmt nicht vergessen! Und wenn sie malen und lernen, dann denken sie ganz sicher hin und wieder an euch!  

 

Herzlichen Dank an alle Kinder und alle Eltern und an das gesamte TEAM der Geschwister Scholl Schule für die Unterstützung der Kinder in Mayoka! Viele Kinder werden lange etwas von den Spenden haben. Persönlich möchte ich DANKE sagen für das mir entgegengebrachte Vertrauen und das Privileg, dass ich alle diese Spenden überbringen und somit ganz viel Glück empfinden durfte! Diese Momente waren einzigartig.  

Katharina Roschker